... von A bis Z

Anliegen

Das Ziel unserer Fußwallfahrt ist ein kleiner, 7 ½ mal 11 cm großer Kupferstich: Das Gnadenbild der Consolatrix Afflictorum (lat.: Trösterin der Betrübten), das wohl unscheinbarste Gnadenbild in der katholischen Welt. Es wird auch nicht in einer riesigen, reich ausgeschmückten Kirche aufbewahrt, sondern in der engen Gnadenkapelle mitten auf dem Kapellenplatz in Kevelaer. Das Kleine und Bescheidende steht in Kevelaer im Mittelpunkt.
Mitten im Dreißigjährigen Krieg soll einem Kaufmann namens Hendrick Busman hier mehrmals Maria erschienen sein, die ihn aufforderte, ihr dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Auch seine Frau Mechel Schrouse hatte nachts eine Erscheinung: Sie sah ein Heiligenhäuschen, in dem sich ein Andachtsbildchen befand, das ihr kurz zuvor von zwei Soldaten zum Kauf angeboten worden war. Dabei handelte es sich um einen Kupferstich, auf dem „Unsere Liebe Frau von Luxemburg“ dargestellt war.
Um die Geschichte kurz zu machen: Hendrick Busman baute also, unterstützt vom Kevelaerer Pastor, das Heiligenhäuschen in der Gestalt, wie es seine Frau gesehen hatte und stellte darin ein Brettchen auf, auf dem das Andachtsbildchen angebracht worden war. Da sich das Gerücht von den Erscheinungen und der Errichtung des Heiligenhäuschens schon überall in der Umgebung verbreitet hatte, pilgerte noch am gleichen Tag, dem 1. Juni 1642, eine große Menschenmenge aus Geldern und anderen Ortschaften nach Kevelaer. Auch einige Wunder sollen dabei geschehen sein. Die erste organisierte Prozession kam im selben Jahr aus Rees.
Diese Entstehungslegende verweist uns auf eine Zeit großer Not: In Maria, der Trösterin der Betrübten, sahen und sehen die Menschen ihre Schwester im Glauben, zu der sie ihre Zuflucht nehmen und die sie um Fürsprache bei Gott anflehen. Alle Pilger bringen auch ihre individuellen Sorgen und Nöte nach Kevelaer. Gründe, nach Kevelaer zu pilgern, wird es so viele wie Mitpilger geben. Und im Lauf von fast 250 Jahren Fußwallfahrt von Hamborn nach Kevelaer dürften das tausende gewesen sein, mit denen wir uns an diesem Wochenende auf unserem Weg im Gebet verbunden fühlen können.

Erste Hilfe

Die Gruppe der Pilger wird immer auch von ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Malteser Hilfsdienst e.V. begleitet. Sowohl vor der Pilgergruppe, wie auch am Ende der Gruppe läuft jemand, der helfen kann und gut sichtbar gekleidet ist. Des Weiteren fährt ein Auto der Malteser mit uns und kann ggf. auch Verletzte aufnehmen.

Fußpilgervorstand

Der Fußpilgervorstand ist ein Team aus engagierten Fußpilgernden. Er bereitet die Fußwallfahrt vor und ist für die Durchführung verantwortlich. Der Vorstand meldet die Fußwallfahrt in Kevelaer und bei den Behörden an, meldet die Pilgerndengruppe bei den Gaststätten zu den Pausenzeiten in Orsoy, Rheinberg, Alpen, Kapellen und Bönninghardt sowie bei der Fähre an. Er organisiert den Bus für die Hin- und Rückfahrt und die zentrale übernachtungsmöglichkeit in Kevelaer, verwaltet die Kasse der Fußpilgernden und sorgt für die Ehrung der langjährigen Fußpilger. Das Team macht noch einiges mehr, aber das Wichtigste ist benannt.
Das Vorstands-Team besteht aus dem ersten Vorsitzenden (Rainer Schmenk), dem zweiten Vorsitzenden (Klaus Damm), dem Vorstandsassistenten (Daniel Gewand) und der Kassiererin (Kerstin Hoepken). Zum erweiterten Vorstand gehören Sara Stöhr und Peter Hörscher als Verantwortliche für die Hotelübernachtung, Abt Albert als Geistliche Leitung der Fußwallfahrt und Christopher Haccius für die Datenverwaltung und Kommunikation per Newsletter. Der Vorstand trifft sich zwei bis dreimal im Jahr und wird auf der Pilgerversammlung am Mittwoch nach der Wallfahrt gewählt.

Geschichte

Die Fußwallfahrt begann am 7. September 1780. Die Pilger zogen von der Hamborner Abteikirche über Aldenrade und Walsum zur Rheinfähre. Nach der überfahrt nach Orsoy ging es weiter über Budberg, Rheinberg, Alpen, Bönninghardt, Kapellen und Wetten nach Kevelaer. Am 8. September 1780, dem Fest Mariae Geburt, waren die Pilgernden den ganzen Tag über in Kevelaer und beteten an den Wallfahrtsstätten, bevor sie am 9. September 1780 zurück nach Hamborn zogen. Bis 1910 fand die Fußwallfahrt jährlich an diesem Termin, nämlich vom 7. bis zum 9. September, statt. Das war unabhängig davon, um welche Wochentage es sich handelte, um am 8. September, dem Fest Mariae Geburt in Kevelaer zu sein. Seit 1911 findet die Fußwallfahrt immer so statt, dass wir am Sonntag nach dem Fest Mariae Geburt in Kevelaer sind, außer wenn der 8. September auf einen Sonntag fällt. Dann ist es das althergebrachte Datum. Der etwa 50 km lange Prozessionsweg der Pilger hat sich bis heute nicht wesentlich geändert.

Die ausführliche Geschichte der Fußwallfahrt finden Sie hier.

Hinweg

Von Hamborn bis Orsoy: Die Pilger haben morgens um 5:00 Uhr ihre Pilgermesse in der Abteikirche. Nach der Pilgermesse ist noch Gelegenheit zum Kaffeetrinken im Abtei-Zentrum. Um 6:00 Uhr mit dem Angelusläuten beginnen wir unsere Wallfahrt. Wir verlassen Hamborn, laufen durch Marxloh nach Walsum, um dort die Fähre nach Orsoy zu nehmen. Nach der Ankunft auf der anderen Rheinseite geht es durch den Ort zum Orsoyer Hof, wo wir unsere erste Pause einlegen.
Von Orsoy bis Rheinberg: Von Orsoy geht es weiter Richtung Rheinberg. Unterwegs beten wir den Rosenkranz und singen Lieder. In Rheinberg ziehen wir singend ein. Die Pilger machen hier ihre Frühstückspause.
Von Rheinberg bis Alpen: Von Rheinberg ziehen wir singend aus Richtung Alpen. Nach dem Rosenkranzgebet werden zwei Lieder gesungen. Vor der Mittagspause wird vor dem Restaurant Burgschänke in Alpen gemeinsam der Engel des Herrn gebetet. Danach beginnt die längste Pause der Wallfahrt.
Von Alpen bis Kapellen: Nach der Pause treffen sich alle Pilgernden auf dem Alpen-Berg nach Kapellen. Mit gemeinsamen Liedern setzen wir die Pilgerfahrt fort. Nach dem Rosenkranzgebet werden weitere Lieder gesungen. Durch die „Wüste“ gehen wir im Schweigemarsch. Dieser endet beim Abbiegen hinter der Unterführung, durch die wir gehen. In Kapellen ziehen wir dann singend ein.
Von Kapellen nach Kevelaer: Mit einem gemeinsamen Lied verlassen wir Kapellen. Dann beten wir den Rosenkranz. Zwischen jedem Rosenkranzgebet singen wir unsere Muttergotteslieder. Wenn wir singend das Dorf Wetten passiert haben, wird der Pilgerrosenkranz gebetet: Maria zu dir kommen wir, deine Hilf erflehen wir. Wir ziehen singend durch die Fußgängerzone bis zur Gnadenkapelle. Dort wird die Pilgerkerze gesegnet, die wir mit nach Kevelaer genommen haben. Nach einem kurzen Dankgebet am Gnadenbild gehen die Pilger ins Hotel in Kevelaer oder zum Bus, um zurück nach Hamborn zu fahren.

Lesen Sie unter diesen Links noch mehr zu Ablauf und Wegstrecke.

Motto

Die Fußwallfahrt wird seit 1986 jedes Jahr unter ein Motto gestellt. Dieses ist auf allen Heften zu finden und bildet den roten Faden während der Wallfahrt in den Impulsen, Gebeten und Predigten. Seit 1993 wird auch an alle Pilger ein Button passend zum Wallfahrtsmotto verteilt.

Pausen

Die erste kleine Pause (20 Minuten) machen wir um 7:40 Uhr in Orsoy an der Gaststätte Orsoyer Hof. Hier besteht die Möglichkeit, Mittagessen zu bestellen. Außerdem kann man dort auf die Toilette gehen.
In Rheinberg kommen wir um ca. 9:10 Uhr an und verbringen hier unsere 50minütige Frühstückspause. In der Gaststätte „Zur Alten Apotheke“ kann man diese mit belegten Brötchen und Getränken verbringen, man zehrt von der eigenen Verpflegung oder besucht das Eiscafé.
Die Mittagspause machen wir um 11:30 Uhr in Alpen im Restaurant „Burgschänke“. Wer sich morgens ein Essen reserviert hat, isst im Restaurant. Jedoch können auch andere gastronomische Lokalitäten vor Ort aufgesucht werden oder die eigene Verpflegung z.B. auf den Bänken vor der Kirche verzehrt werden. Um 13:15 treffen wir uns gut gestärkt auf dem Berg am Ende des Ortes. Entweder man folgt den zahlreichen Pilgernden oder setzt sich in den Bus, der am Ende der Pause vom Restaurant losfährt und am Alpen-Berg hält.
Die letzte Pause wird um 15:15 Uhr in Kapellen gemacht. Hier gibt es in der Gaststätte „Drei Kronen Hof“ die Möglichkeit, ein Stück Kuchen und Kaffee zu bekommen oder auch diverse Kaltgetränke zu sich zu nehmen. Viele genießen aber auch die Pause gegenüber auf der Wiese vor der Kirche. Um 16:00 Uhr geht es dann auf die finale Etappe nach Kevelaer.

Pilgerversammlung

Am Mittwoch nach unserer Wallfahrt findet um 19:00 Uhr die Dankmesse der Fußpilger in der Abteikirche statt. Im Anschluss geht es zur Versammlung ins Abteizentrum, wo etwa eine Stunde lang die zurückliegende Fußwallfahrt reflektiert wird. Kleinere änderungen am Ablauf oder am Weg werden hier von allen anwesenden Pilgern gemeinsam besprochen und beschlossen. Die Pilgerversammlung ist auch dafür zuständig, den Kassenbericht entgegenzunehmen und ggf. einen neuen Vorstand zu wählen.

Reisebus

Die Pilgergruppe wird immer auch von einem Reisebus begleitet, der in kurzen Abständen am Straßenrand hält. Dieser kann genutzt werden, wenn Pilger merken, dass sie gerade nicht weiterlaufen können weil es ihnen nicht gut geht. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass das Handgepäck der Pilger im Fahrgastraum transportiert wird. Bitte immer mehrere Rücksäcke/Taschen auf einen Sitz und in den Fußraum stellen, damit genug Sitzmöglichkeiten für erschöpfte Pilger frei sind. Außerdem nimmt der Bus auch das Gepäck der Pilger mit, die in Kevelaer übernachten.

Rosenkranz

Warum beten wir den Rosenkranz?
Der Rosenkranz ist ein betrachtendes Gebet, das uns Pilger einstimmen soll in den eigentlichen Sinn und Hintergrund der Wallfahrt: Wir tragen unsere Anliegen im Glauben zu einem Ort, der von vielen Menschen als ein besonderer Ort der Gegenwart Gottes geschätzt wird. So machen wir uns fest an Jesus Christus selbst, der im Mittelpunkt des Rosenkranzes steht. Er ist für uns Mensch geworden durch Marias „Ja“ und hat uns dadurch Freude und Heil gebracht (freudenreicher Rosenkranz). Er hat für uns am Kreuz gelitten und ist uns im Leid unser Bruder geworden (schmerzhafter Rosenkranz), doch hat ihn Gott auferweckt zu unserem Heil (glorreicher Rosenkranz). In diesen drei Betrachtungen verbinden sich also die heilsgeschichtlichen Linien, wird uns deutlich, wie Gott an uns durch Jesus Christus gehandelt hat - und gleichzeitig auch die Perspektive Marias hineinkommt. Der trostreiche Rosenkranz ist erst von Johannes Paul II. eingeführt worden und schaut in die Zukunft, die Wiederkehr Christi sowie sein Wirken heute in und mit der Kirche. Kurz: Der Rosenkranz ist ein betrachtendes Christusgebet, das die Heilsgeheimnisse aus der Perspektive Marias mit in den Blick nimmt und uns ans Herz legt.

Wie beten wir den Rosenkranz?
Wir beten auf der Wallfahrt den vollen Rosenkranz nur einmal, nämlich gleich zu Beginn: Das Glaubensbekenntnis, Ehre sei dem Vater, Vater unser, drei Ave Maria mit den Anrufungen (Glaube - Hoffnung - Liebe), erneut Ehre sei dem Vater, Vater unser und dann die fünf Gesätze des ersten (meist des freudenreichen) Rosenkranzes.
Der Wallfahrtsleiter sagt, ob die linke oder rechte Seite der Pilger beginnt - oder aber es wird durch den Brudermeister angezeigt.
In der Regel beten wir nach dem ersten - vollen - Rosenkranz die fünf Gesätze in folgender Weise: Vater unser (zweigeteilt: die erste, angezeigte Seite beginnt und betet bis „so auf Erden“, dann folgt die andere Seite bis zum Schluss) - Ehre sei dem Vater (erste Seite bis „Heiligen Geist“, zweite Seite bis zum Schluss) - 10 Ave Maria (steht hier kurz für „Gegrüßet seist du Maria“), wobei die erste Seite immer bis zum Ende des Geheimnisses betet (z.B. „den du o Jungfrau vom Hl. Geist empfangen hast“), dann folgt die zweite Seite bis zum Schluss („Stunde unseres Todes“) - Ehre sei dem Vater. Damit ist ein Gesätz beendet, es wird geschwiegen in der Pilgergruppe, bis der Brudermeister „abwinkt“ und das Schweigen beendet. Die Zeit der Stille soll zum persönlichen Gebet, zur Meditation und zur Selbstreflexion genutzt werden.

Das letzte Extragesätz beim Einzug nach Kevelaer Das Extragesätz „Maria, zu dir kommen wir, deine Hilf erflehen wir.“ beten wir vor dem Einzug nach Kevelaer. Es ist eine Marienanrufung und geht von den Pilgern aus, die sich dem Wallfahrtsort nähern und ihre Anliegen der besonderen Fürbitte Marias darbringen. Das Gesätz gibt es so lange, wie es die Wallfahrten gibt, unabhängig vom Ort oder der Gruppe. Es gab immer schon die Tradition, dass Gesätze mit unterschiedlichen Anliegen dazugekommen sind.
Auf dem Rückweg beten wir beim Auszug aus Kevelaer „Maria, von der scheiden wir, deine Hilf erflehen wir.“

Rückweg

Ein Teil der Pilger läuft am Montagmorgen auch wieder zurück nach Hamborn. Um 5:00 Uhr fährt der Reisebus am Hamborner Altmarkt vor dem Askania-Markt ab Richtung Kevelaer. Die Pilger, die in Kevelaer übernachtet haben, kommen direkt um 5:50 Uhr zum Gnadenbild. Auch auf diesem Weg fährt der Reisebus wieder nebenher und auch die Malteser begleiten uns wieder.
Von Kevelaer nach Kapellen: Gestartet wird um 6:00 Uhr nach einem Abschiedsgebet am Gnadenbild in Kevelaer und wir verlassen Kevelaer Richtung Kapellen. In Kapellen erwarten uns in der Gaststätte, wo wir Samstag noch Kuchen gegessen haben, belegte Brötchen und Kaffee/Tee zum Frühstück. Das Mittagessen kann hier vorbestellt werden.
Von Kapellen nach Bönninghardt: Nach dem Frühstück geht es um 08:45 Uhr weiter nach Bönninghardt. Das ist anders als beim Hinweg. Auf dem Rückweg gibt es eine Pause in Bönninghardt. Um 10:10 Uhr feiern wir dort gemeinsam Heilige Messe und danach findet ein kleiner Frühschoppen statt. In Erinnerung an die Pilger, die während der Nazi-Diktatur und des Krieges trotz Verbot und unter schweren Bedingungen stellvertretend für viele aus Hamborn nach Kevelaer gepilgert sind, trinken einige Fußpilger hier auf diese.
Von Bönninghardt nach Alpen: Um 11:15 Uhr setzt sich die Pilgergruppe wieder in Bewegung Richtung Alpen. Dort ist, wie auf dem Hinweg, die Mittagspause. Das Mittagessen konnte in Kapellen bereits bestellt werden.
Von Alpen nach Rheinberg: Nach dem Mittagessen gehen wir um 13:30 Uhr weiter Richtung Rheinberg. Dort erwartet uns leckerer Kuchen, diverse Warm- und Kaltgetränke oder ein erfrischendes Eis. So wird sich nochmal gestärkt für die letzte Etappe der Fußwallfahrt.
Von Rheinberg nach Orsoy: Schließlich geht es um 15:50 Uhr auf den letzten längeren Weg. Das Ziel ist um 17:05 Uhr die Fähre in Orsoy, die uns wieder nach Walsum bringt.
Von Orsoy nach Hamborn: Nachdem wir von der Fähre auf die andere Rheinseite gebracht worden sind, wartet dort der Reisebus auf uns. Da wir aufgrund des Berufsverkehrs am Montagnachmittag nicht durch Marxloh pilgern können, fahren wir diese Strecke mit dem Bus. Hinter der Shell-Tankstelle in Hamborn werden alle Pilger inkl. ihres Handgepäcks (Koffer etc. werden separat zur Abtei-Kirche gebracht) herausgelassen. Der Weg von dort zur Abtei-Kirche wird nun wieder gepilgert und wir ziehen um 18:00 Uhr in die Abtei-Kirche ein. Dort endet die Fußwallfahrt mit dem Segen und einigen Abschlussworten. Viele Pilger, die nur samstags oder früher mitgepilgert sind, versammeln sich dort, um die Pilger in Empfang zu nehmen.
Nach dem Gottesdienst lassen viele Pilger die Wallfahrt mit Kaltgetränken, guten Unterhaltungen und manchen Gesängen in der Gaststätte „Raststätte Alt-Hamborn“ ausklingen.

Samstagabend

Um ca. 18:00 Uhr kommen wir vor dem Gnadenbild in Kevelaer an. Hier beten wir zusammen das Abschlussgebet, außerdem wird die Pilgerkerze gesegnet. Wer mag, kann mit dem Bus um 18:30 Uhr zurück nach Hamborn fahren.
Wer kostengünstig in Kevelaer im Parkhotel übernachten möchte kann sich im Vorfeld bei Sara Stöhr melden. Es steht natürlich auch jedem frei, sich selber um eine übernachtungsmöglichkeit zu kümmern.
Für alle, die in Kevelaer übernachten besteht am Samstag das Angebot, um 21:00 Uhr an der Komplet, einem 20minütigen besinnlichen Abendgebet, in der Sakramentskapelle in Kevelaer teilzunehmen. Danach lassen viele den Abend im Foyer des Parkhotels mit kühlen Getränken, Gesang und Gesprächen ausklingen.

Sonntag

Sonntags um 9:00 Uhr feiern wir die Heilige Messe im Klarissenkloster. Ein beliebter Treffpunkt aller Hamborner danach ist die Eisdiele an der Ecke Hauptstraße/ Annastraße. Die ersten finden sich dort schon morgens direkt nach der Heiligen Messe ein. Dort sitzen sie, bis der Fotograf, der uns am Samstag kurz vor dem Einzug in Kevelaer fotografiert hatte, seine Fotos ausstellt. Gegen 12 Uhr kann man sie am Kapellenplatz in einer Toreinfahrt in Höhe der Gnadenkapelle kaufen. Andere zieht es von der Eisdiele aus direkt zur Pfarrkirche St. Antonius (einfach die Hauptstraße weiter Richtung Ortsausgang laufen). Dort findet nämlich ein Pfarrfest statt mit allem was dazugehört: Vom Losverkauf über Büchertrödel bis zu Kinderspielen. Aber natürlich bietet so ein Pfarrfest auch die Möglichkeit, kühle Getränke zu sich zu nehmen oder Mittag zu essen. Es gibt ein reichhaltiges Angebot von Champignons über Spanferkel bis zu süßen Waffeln.
Um 15:15 Uhr werden die Jubilare auf dem Kapellenplatz geehrt und um 15:30 Uhr startet das Kreuzweggebet der Fußpilger ebenfalls vom Kapellenplatz aus.
Lohnenswert ist auch ein Besuch in der Kerzenkapelle am Kapellenplatz. Hier werden die Kerzen aller Pilgergruppen aufgestellt, die nach Kevelaer mitgebracht worden sind, in der Mitte der Kapelle die Kerze aus Rees, weil von dort schon im Jahr 1642 die erste organisierte Prozession nach Kevelaer kam. Unsere Hamborner Kerze sucht man aber vergeblich. Bei unserer Wallfahrt ist es nämlich Tradition, sie wieder nach Hamborn zurückzutragen und dort jedes Jahr einer anderen Kirche oder Einrichtung zu schenken. Stattdessen kann man in der Kerzenkapelle aber im ersten Fenster rechts ziemlich weit oben das Hamborner Wappen entdecken. An den Wänden rechts und links des Eingangs hängen viele Gedenktafeln, die Pilgernde haben anbringen lassen, die in Kevelaer Hilfe durch die Muttergottes erfahren haben. Manche, die geheilt worden sind, haben hier auch ihre Gehhilfen zurückgelassen, die an die Wände gehängt worden sind.
Ansehen sollte man sich auch die Basilika, die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und von innen mit herrlichen Farben komplett ausgemalt worden ist.
In der Beichtkapelle (neben der Sakramentskapelle, in der am Samstagabend die Komplet stattfand) besteht zwischen 10:30 Uhr und 11:30 Uhr sowie zwischen 14:30 Uhr und 17:30 Uhr die Möglichkeit, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.
Um 18 Uhr findet eine weitere Heilige Messe statt, diesmal in der Basilika. Nicht nur die Fußpilger sind eingeladen, an dieser teilzunehmen, sondern alle Hamborner, die sich auf den Weg nach Kevelaer gemacht haben: Viele kommen dazu mit ihrem Auto. Mittags fährt an diesem Tag aber auch ein Reisebus von Hamborn nach Kevelaer. Außerdem haben sich in den letzten Jahren einige Gruppen von Fahrradpilgern gebildet. Im Anschluss ziehen die Gottesdienstbesuchende, angeführt vom Kreuz und der Fahne der Fußpilgernden, mit brennenden Kerzen in den Händen singend durch die Straßen von Kevelaer. Danach fahren die Einen zurück nach Hamborn, die Anderen bleiben eine weitere Nacht in Kevelaer, um am nächsten Morgen zu Fuß den Rückweg anzutreten.

Der Brudermeisterstab

Thema heute: Der Brudermeister und sein Stab

Liebe Pilgerinnen und Pilger,
an dieser Stelle möchte ich euch kurz das Kommunikationsgerät unserer Wallfahrt vorstellen: den Brudermeisterstab. Um eventuellen Gender-Freaks den Nährboden zu nehmen: richtig - Brudermeisterstab - weil es früher nur Männer waren, die diesen Stab trugen und benutzten. Heute ist es - Maria sei Dank - anders und so wird der Stab in der Regel von Menschen geführt, die ihre Erfahrung bei einer solchen Wallfahrt bereits gemacht haben und wissen, wie dieses Gerät funktioniert. Groß, klein, weiblich, männlich, alt oder jung - völlig egal - bleibt aber der Brudermeisterstab.
Eines noch vorne weg: er kommt völlig ohne Batterien aus, hat aber dennoch ein mobiles Netz und wird mit bloßer Muskelkraft bedient.
In der Regel haben wir bei der heutigen Pilgeranzahl nur 3 Brudermeisterstäbe mit, sind da aber sehr variabel und können nach oben aufstocken. Diese Drei verteilen sich so auf die Pilgergruppe, dass jede Pilgerin und jeder Pilger die Möglichkeit hat, einen dieser Stäbe wahrzunehmen. Er dient der Anzeige, ob gesungen oder gebetet (Rosenkranz) wird und erhält seinen „Impuls“ vom ersten Stab, der neben oder direkt hinter dem Pilgerkreuz getragen wird. Die beiden weiteren Brudermeisterstabträgerinnen und Brudermeisterstabträger müssen während der gesamten Wallfahrt den ersten Stab im Auge behalten, um die Anzeige, die vorne gemacht wird, korrekt und zeitnah weiterzugeben.
Komme ich nun zu den wilden Gesten und deren Erklärung.

Im Grunde genommen habe ich jetzt auch schon das gesamte Einsatzgebiet des Brudermeisterstabes skizziert. Man munkelt, dass der Stab auch als Meinungsverstärker fungiert oder manchmal sogar als Stütze für die müden Glieder. Er ist halt vielseitig - der Brudermeisterstab.
Salve Regina! Auf eine schöne Wallfahrt! Euer BM Thomas (Anm. d. Red.: der derzeit dienstälteste und nach persönlicher Tradition zuletzt pilgernde Brudermeister)

Teilnehmerkarten

Bevor wir nach Alpen einbiegen, stehen links und rechts der Pilgergruppe Vorstandsmitglieder, die bedruckte Karten ausgeben, während die Pilgergruppe an ihnen vorbeiläuft. Bitte dabei nicht stehen bleiben, sondern einfach weitergehen und die Karten dabei weitergeben. In der Mittagspause sollen die Teilnehmerkarten ausgefüllt werden. Die Karten werden ab Alpen-Berg eingesammelt, zusammen mit einem Teilnehmerbeitrag in Höhe von 10€ (Kinder/ Jugendliche/ Studierende/ Auszubildende 5€). Von dem Teilnehmerbeitrag werden u.a. die überfahrt mit der Fähre in Orsoy und der Reisebus finanziert. Die Karte selber ist wichtig für die Statistik. So kann gesehen werden, wo die Pilger herkommen, wie die Altersstruktur ist und vor allem wie oft sie bereits dabei waren. Dadurch ist klar, wer im folgenden Jahr zu den Jubilaren gehört.

Vorbereitungskreis

Jedes Jahr findet sich ein Vorbereitungskreis aus Interessierten zusammen, der gemeinsam zunächst das Motto der nächsten Fußwallfahrt festlegt. Im Anschluss daran werden in Kleingruppen die Impulse, die Komplet, der Gottesdienst am Sonntagmorgen und der Kreuzweg vorbereitet. Des Weiteren wird das Motto für die Buttons designt. Wir freuen uns immer über neue Gesichter in dem Kreis. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat oder mehr Details erfahren möchte, kann sich gerne bei Daniel Gewand melden und nächstes Jahr dabei sein.

Wüste

Zwischen Alpen und Kapellen wird die „Wüste“ angekündigt. Tatsächlich war dort, wo wir heute auf Asphalt laufen, mal ein Acker. Der Boden ist dort sehr sandig, daher die Bezeichnung „Wüste“. Die Pilger damals liefen teilweise als Buße barfuß. Jetzt wird dieser Abschnitt in Stille gegangen, während jeder sich eigene Gedanken machen und persönliche Gebete sprechen kann.


Die oben stehenden Texte sind (mit geringen Änderungen) dem Begleitheft "Kevealer von A bis Z" entnommen, dass Sie hier herunter laden können.